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Donnerstag, Februar 23, 2012

Atemschutznotfallset

Bereits im Jahr 2006 wurde durch den Förderverein ein Atemschutznotfallset beschafft, welches zur Rettung von PA-Trägern aus beengten und schwerzugänglichen Bereichen vorgesehen ist.

Dieses Set besteht aus einer Halbschleiftrage,  einer Atemluft- Notversorgung sowie einer Packtasche und ist unter anderem bei der BF- Frankfurt im Einsatz. Insbesondere die Halbschleiftrage, die aus einem speziellen Kunststoff besteht, ist hohen mechanischen Kräften ausgesetzt. Dies kann man sich am ehesten vor Augen führen, wenn man sich einen 80-90 kg schweren Feuerwehrmann vorstellt, der über ein Trümmerfeld gezogen wird. Für die Atemluftversorgung ist eine  Atemluftflasche 6 Liter ( 300 bar ) mit angeschlossener Atemschutzmaske vorgesehen. Diese kann dem verunfallten Feuerwehrman, bei Bedarf, aufgesetzt werden.

In einer stetigen Weiterentwicklung wurde die Bebänderung zur Fixierung der verunglückten Person  geändert. In der ursprünglichen Variante wurde diese mit Plastik – Verschlüssen ausgeliefert, die  aber häufig kaputt gingen. Nunmehr wurde hier nachgebessert und eine Variante mit Metallverschlüssen eingesetzt.

Hydraulische Rettungssysteme

Hydraulische Rettungssysteme sind zwar nicht mehr so spektakulär, aber unterscheiden sich dennoch bei  den technischen Parametern im  Arbeitsbereich. Zur Rettung von verunfallten Personen aus Fahrzeugen jeglicher Art, ist die Arbeitskraft dieser Werkzeuge nicht mehr wegzudenken. Im Fahrzeugpark der Feuerwehr Altenstadt werden diese Systeme auf dem HLF 20/16 und dem RW mitgeführt. Auf dem HLF sind ein SP 40 und ein Schneidgerät S 270-71 verlastet. Auf dem RW wird ein Spreizer SP 60 und ein Schneidgerät S 270-71 mitgeführt. Beide Hydraulikaggregate stammen von der Fa. Weber. Die Hydraulikaggregate bestehen aus einer zweistufigen Radialkolbenpumpe mit angebauter Schnellangriffseinrichtung. Die an den 20 -Meter langen Hochdruckschläuchen angeschlossenen Spreizer und Schneidgeräte können gleichzeitig oder voneinander getrennt bedient werden. Folgende Nennwerte ergeben sich:

  • Das Schneidgerät hat eine Öffnungsweite von 270 mm und eine Schneidkraft von 71 Tonnen. Die spezielle Zahnung des sichelförmigen Messers verbessert die Schneidleistung.
  • Der Spreizer SP 40 vom HLF hat eine Spreizkraft von 55-130 kN im Arbeitsbereich und eine Öffnungsweite von 710 mm.
  • Der Spreizer SP 60 vom RW hat eine Spreizkraft von 68-430 kN im Arbeitsbereich und eine Öffnungsweite von 810 mm.

Überdrucklüfter

Zur Beseitigung von gefährlichem Brandrauch bei Brandeinsätzen verwendet die Feuerwehr Altenstadt zwei Überdrucklüfter. Die Lüfter werden dabei so positioniert, dass diese durch ihren Luftstrom den kompletten Lüftungszugang abdecken. Durch den erzeugten  Überdruck im Inneren des Gebäudes, kann nun Rauch durch eine  Austrittstelle gezielt entfernt werden. Auf diese Art können auch Rettungswege ( Treppenhaus ) rauchfrei gehalten werden. In Verbindung mit dem mobilen Rauchfang eine ideale Kombination. Die beiden vorhandenen Modelle unterscheiden sich in ihrer Bauform und sind in unterschiedlichen Einsatzszenarien einsetzbar. Der auf dem HLF mitgeführte Lüfter wird mit einem Benzinmotor betrieben und kann laut Herstellerangaben  ca. 71800 m³/ h Luftmenge liefern. Auf dem TLF führen wir einen Hochleistungslüfter mit , der ca. 77500 m³/h liefern kann. Dieser Lüfter wird über den Tankbetrieb des TLF bedient und erzeugt seine Wirkung durch Wasserkraft. Durch die Verwendung von nicht funkenreißenden Materialien in der Konstruktion des Lüfters,  kann dieser auch in explosionsgefährdeter Umgebung eingesetzt werden. Durch Wassereinspritzventile kann ebenso ein Wassernebel erzeugt werden.

Rauchverschluss

Ein mobiler Rachverschluss verhindert das Ausbreiten von Rauch in rauchfreien Räumen. Er wird in einer Packtasche mitgeführt und kann ohne großen Aufwand in einer Türzarge durch den Angriffstrupp montiert werden. Der Rachverschluss stellt sicher,  dass im oberen Bereich der Tür der Austritt von Rauch in den rauchfreien Bereich verhindert wird. Durch den vorbeugenden Einbau eines Rachverschlusses vor dem Zutritt in die verrauchten Räume, können Einsatzkräfte die Türen öffnen und geöffnet lassen und in gebückter Haltung den Raum betreten. Dies hat auch den Vorteil, dass die mitgeführte Schlauchleitung leichter zu führen ist und sich nicht im Türbereich festsetzt. Ebenso kann frische Luft im unteren Bereich in den verrauchten Rauch einströmen. Auch im Einsatz mit Überdrucklüftern verhindert der Rauchfang die unnötige Ausbreitung von Rauch durch Verwirbelungen.

Wärmebildkamera

Mit Inbetriebnahme des HLF 20/16 erfüllte sich auch der langgehegte  Wunsch einer Wärmebildkamera für den Einsatzdienst. Im Rahmen der Neubeschaffung HLF, wurde ebenso an die fortschreitende Aufrüstung der feuerwehrtechnischen Beladung gedacht und mit der Anschaffung ebendieser Kamera der Standard höher gesetzt. Für den Bereich der Personenrettung kann in verrauchten Räumen schneller und effizienter nach vermissten Personen gesucht werden. Durch die technische Möglichkeit jegliche Wärmequellen auch bei absoluter Sichteinschränkung zu erkennen, ergeben  sich vielfältige Informationen um Einsatzkräften und Einsatzleitung eine genauere Einschätzung der Einsatzstelle zu ermöglichen. Mit der zusätzlichen Funktion der Wärmemessung können jederzeit Temperaturen, auch bei größerer Distanz, von Körpern angezeigt werden.  Die Kamera wird durch den Angriffstrupp mitgeführt und ist in seiner Bauform sehr robust aufgebaut. Durch zwei verschiedene Empfindlichkeitsmodi  können Temperaturen bis zu 560 °C erfasst werden. Durch die farbliche Darstellung der Wärmequellen im Monitor, kann die Struktur und Ausbreitung der Temperaturen angezeigt werden. Hieraus lassen sich auch Brandstellen lokalisieren, die nicht unmittelbar ersichtlich sind (z.Bsp. abgehängte Decken). Durch die Empfindlichkeit der Kamera können auch Flüssigkeitsstände in Behältnissen gemessen werden, ohne das die Behältnisse geöffnet werden müssen.

Auf der Internetseite des Herstellers sind ein paar interessante Fotos hinterlegt die auf eindrucksvolle Weise zeigen, welche „Sichtweisen“  sich auch bei absoluter Nullsicht ergeben können.